Kennen Sie diese Menschen, die jahrelang Märkte studieren, sich mit Grafiken beschäftigen und versuchen, den richtigen Zeitpunkt für den Kauf von Kryptowährungen zu erwischen, als wäre es eine olympische Disziplin? Ja – dieser Artikel handelt nicht von ihnen.
Hier geht es um ganz normale Menschen. Die „Ich probiere es mal”-Fraktion. Die abgelenkten Studenten, neugierigen Kinder und unglaublich glücklichen Sonderlinge, die den Krypto-Jackpot geknackt haben, ohne zu wissen, was sie da eigentlich tun. Das sind keine Blockchain-Genies. Das sind die Krypto-Cinderella-Geschichten – echte Menschen in den USA und Deutschland, die aus einer Laune heraus Bitcoin gekauft (oder angenommen) haben und eines Tages als Millionäre aufgewacht sind. Oder es muss ja auch gar nicht immer immer nur BTC sein, denn auch die Ripple Prognose, XRP Prognose macht von sich reden.
Die ersten Wunderkinder
Beginnen wir mit dem Wunderkind selbst: Erik Finman, der 2011 gerade einmal 12 Jahre alt war, als seine Großmutter ihm 1.000 Dollar schenkte. Die meisten Kinder hätten sich davon eine PS3 oder einen lebenslangen Vorrat an Skittles gekauft. Erik? Er investierte sein Geld in Bitcoin, als der Kurs bei etwa 10 Dollar lag. Jahre später hatte er über 400 BTC und ein Vermögen von 1 Million Dollar. Er gründete sein eigenes Bildungs-Startup und genießt nun den seltenen Titel „jüngster zufälliger Krypto-Millionär, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal Bartwuchs hatte”.
Als Nächstes kommt Kristoffer Koch, ein norwegischer Ingenieur, der den Nobelpreis für zufällige Investitionen verdient. Während seines Studiums der Verschlüsselung in den USA im Jahr 2009 kaufte er 5.000 Bitcoins für 27 Dollar – nur um sie in einer Abschlussarbeit zu verwenden. Er vergaß sie prompt (weil er eben Student war). Vier Jahre später war Bitcoin in aller Munde, und Kristoffer hatte einen „Moment mal …”-Moment. Nach einiger digitaler Archäologie und einer leichten Panik wegen der Passwortwiederherstellung konnte er genug Geld einlösen, um sich eine schicke Wohnung in Oslo zu kaufen. Note für die Abschlussarbeit: 1+. Note für das Leben: Unbekannt.
Promis und Normalos Hand in Hand
Und dann ist da noch 50 Cent – ja, genau der 50 Cent, Curtis Jackson höchstpersönlich. Im Jahr 2014 war er einer der ersten Rapper, der Bitcoin als Zahlungsmittel für sein Album „Animal Ambition“ akzeptierte. Er verdiente damit etwa 700 BTC … und vergaß sie. Jahre später stieß jemand darauf und teilte ihm mit, dass er auf mehreren Millionen Dollar saß. Seine Antwort? Ein sehr lässiger, sehr Fiddy-typischer Instagram-Post: „Nicht schlecht für einen Jungen aus South Side.“ Nein. Gar nicht schlecht.
Hier kommt Stefan Thomas ins Spiel, ein in Deutschland geborener Programmierer, der in San Francisco lebt und 2011 7.002 Bitcoins geschenkt bekam, nachdem er ein Video gedreht hatte, in dem er erklärte, wie Kryptowährungen funktionieren (bezaubernd, nicht wahr?). Er speicherte sie auf einem hochsicheren USB-Stick. Aber natürlich vergaß er das Passwort. Jetzt hat er nur noch zwei Versuche, bevor der Stick für immer gesperrt ist. Das sind über 200 Millionen Euro, die ihn aus einem digitalen Tresor verspotten, den er nicht öffnen kann. Er ist im Grunde genommen der Schrödinger-Millionär der Kryptowelt – gleichzeitig reich und pleite.
Wenn wir schon bei tragischen Schicksalsschlägen sind, müssen wir auch James Howells erwähnen – er ist zwar kein Deutscher, aber seine Geschichte ist in Europa so bekannt, dass sie zur deutschen Folklore geworden ist. Im Jahr 2009 schürfte James 8.000 Bitcoins und warf dann in einer katastrophalen Aufräumaktion versehentlich die Festplatte in den Müll.
Die Story aus Wales
Jetzt liegt sie auf einer Mülldeponie in Wales begraben. Seit Jahren bittet er die Stadt, sie ausgraben zu dürfen. Bislang ohne Erfolg. Irgendwo in Newport liegt also buchstäblich ein Berg von Müll auf einem Krypto-Vermögen. Zurück zu weniger emotional erschütternden Geschichten: Lernen Sie den mysteriösen „Mr. Smith” kennen, einen Ingenieur aus dem Silicon Valley, der 2010, als Bitcoin noch 0,15 Dollar wert war, still und leise 3.000 Dollar in Bitcoin investierte. Im Jahr 2017 saß er auf 25 Millionen Dollar. Anstatt Laser-Augen zu twittern und mit Lamborghinis zu prahlen, kündigte er einfach seinen Job, reiste um die Welt und verriet niemandem seinen richtigen Namen. Er ist der Batman von Bitcoin – still, reich und völlig uninteressiert daran, Ihr Lebensberater zu sein. Was haben all diese Menschen gemeinsam? Absolut nichts – außer einer unglaublichen Portion Glück und einem allgemeinen Mangel an Planung.
Sie haben keine Whitepapers gelesen oder Blockchains kartografiert. Sie waren gelangweilt, neugierig oder wollten einfach nur etwas Seltsames online kaufen. Einer hat auf einen Button geklickt und es vergessen. Ein anderer hat eine Festplatte verloren. Einer hat Bitcoin akzeptiert, weil es auf Reddit cool aussah. Und jetzt sind sie reich – oder in einigen Fällen ärgerlicherweise nicht ganz so reich.
Lohnt sich das Experimentieren?
Aus all dem lässt sich eine Lehre ziehen. Ja, es lohnt sich, zu recherchieren – aber manchmal lohnt es sich einfach, seltsam neugierig, vergesslich oder unglaublich glücklich zu sein. In seinen Anfängen war Kryptowährung weniger eine Finanzstrategie als vielmehr eine digitale Version davon, einen 20-Dollar-Schein in Ihrem Wintermantel zu finden. Nur dass es diesmal zu Hunderttausenden oder Millionen wurde.
Wenn Sie also damals einmal mit Bitcoin experimentiert haben – vielleicht, um eine Pizza zu kaufen, einem Twitch-Streamer ein Trinkgeld zu geben oder einfach nur, weil ein Freund auf einer LAN-Party schwor, dass dies die Zukunft sei – schauen Sie doch einmal in Ihren alten Laptop. Durchsuchen Sie Ihre verstaubten USB-Sticks. Denn auch Sie könnten ein vergessener Krypto-Millionär sein, der nur darauf wartet, sich an das Passwort zu erinnern.
