Im Kolumbien der 80er-Jahre errichtete Pablo Escobar ein Drogenimperium und scheffelte ein gewaltiges Vermögen, das ihn zu einem der reichsten Menschen machte.
Pablo Escobar ist einer der berühmt-berüchtigsten Gangster aller Zeiten. Durch die Produktion und den Vertrieb von Kokain in einem zuvor nie dagewesenen Ausmaß scheffelte er ein unglaubliches Vermögen. Dafür ging er buchstäblich über Leichen. Gleichzeitig engagierte sich Escobar wohltätig für die ärmsten Menschen seines Heimatlandes Kolumbien.
Wie groß war das Vermögen von Pablo Escobar?
Im Jahr 1989 war Escobar laut Forbes Magazine mit einem privaten Vermögen von 2,7 Milliarden US-Dollar (circa 2,5 Milliarden Euro) der siebtreichste Mensch der Welt. Sein Geld verdiente der Kolumbianer mit dem Drogenhandel – so wurden etwa 80 Prozent des heimischen Kokainhandels von Escobar kontrolliert.
Die Droge schmuggelte er auf spektakulärste Weise in die Vereinigten Staaten. Unter anderem kamen Sportflugzeuge, kleine U-Boote und sogar eine Boeing 727 zum Einsatz. Man sagt, vier von fünf Kokain Lines in den USA waren von Pablo Escobar geliefert. Dem Kolumbianer brachte dieser Umstand einen Verdienst von 420 Millionen Dollar pro Woche.
So viel Geld konnte weder ausgegeben noch gewaschen werden. Also entschied sich Escobar, die Scheine in Häusern und alten Lagerhallen zu verstecken oder auf Feldern zu vergraben. Dabei wurde das Geld unter anderem von Ratten zerstört – doch das schien den Drogenboss nicht besonders zu stören, der allein 2.500 Dollar nur für Gummibänder ausgab, um das Geld zu bündeln.
Pablo Escobars frühes Leben
Pablo Emilio Escobar Gaviria wurde am 1. Dezember 1949 als Sohn einer Lehrerin und eines Viehzüchters in der kolumbianischen Stadt Rionegro geboren. Obwohl seine Familie dem ländlichen Mittelstand angehörte, wuchsen Pablo und seine sechs Geschwister in einer von Gewalt und Kriminalität geprägten Gesellschaft auf.
Zusammen mit seinem Cousin verbrachte Escobar den Großteil seiner Jugend auf den Straßen und in den Bars des Medellíner Rotlichtbezirks. Dort knüpfte er erste Kontakte zu lokalen Unterweltgrößen, nahm an Raubüberfällen teil und wurde Mitglied einer Schmugglerbande, die am Handel mit Marihuana und Zigaretten beteiligt war. Im Alter von 20 Jahren begann er Autos zu stehlen, um sie zerlegt als Hehlerware zu verkaufen. Kurze Zeit später entführte er mit seiner Bande wohlhabende Bürger und ermordete sie oft auch trotz Lösegeldzahlung, um seine Macht zu demonstrieren.
Aufstieg des Drogenbarons
Mitte der 1970er Jahre stieg Escobar als einer der Pioniere in den Handel mit Kokain, der zum damaligen Zeitpunkt neuen Modedroge, ein. Schon früh erkannte er, dass das Geschäft mit Kokain sehr viel lukrativer war als das mit Marihuana. So begann er damit, neuartige Vertriebsstrukturen aufzubauen, damit diese Ware möglichst viele Konsumenten in den USA erreichen konnte.
Escobars Skrupellosigkeit und sein enormer Ehrgeiz brachten ihm rasch einen Platz an der Spitze des Medellín-Kartells. So baute er sich in den 1970er und 80er Jahren ein riesiges Drogenimperium auf. Mittels Bestechung und Einschüchterung hielt er sich die Strafverfolgungsbehörden vom Hals. Dabei schreckte Escobar auch nicht davor zurück, Richter und Polizisten töten zu lassen.
Eine weitere Strategie des Drogenbarons war es, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. Er sorgte sich um das Wohlergehen der ärmsten Menschen in Kolumbien, baute er ein komplettes Stadtviertel für die Obdachlosen in Medellín, Krankenhäuser und Schulen sowie Fußballplätze für Kinder. An die Armen verschenkte er hohe Summen an Bargeld. Dennoch scheiterten Escobars Versuche, in der Politik des Landes Fuß zu fassen.
Das Ende von Pablo Escobar
Durch den Handel mit Kokain hatte sich Pablo Escobar ein stolzes Vermögen aufgebaut. Doch sein Imperium sollte nicht ewig währen. Nachdem die USA begann, einen Krieg gegen die Drogen aus Kolumbien zu führen, wurde ein erheblicher Teil der Drogenlabore im kolumbianischen Dschungel zerstört. Für das Medellín Kartell war das ein schwerer Schlag und der Beginn des blutigen Rachefeldzugs von Pablo Escobar.
Der Drogenbaron verbreitete Angst und Schrecken, indem er Polizisten, Richter und Politiker ermorden ließ und ein Bombenattentat in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá durchführte. Dieser Krieg endete erst 1991, nachdem Escobar dem Staat Kolumbien einen Deal anbot. Er stellte sich und kam dafür in ein für ihn gebautes Gefängnis, das eher einem Anwesen glich.
Doch als die Meldung über Escobars Verlegung in ein anderes Gefängnis publik wurde, floh der Gangster. Er tauchte in Medellín unter, wo er sich bis zu seinem Tod versteckte. Escobar starb, als eine Elite-Einheit ihn am 2. Dezember 1993 bei einer Razzia in Medellín erschoss. Er hatte aus seinem Versteck heraus mit seinem Sohn telefoniert, wodurch die Ermittler seinen Standort finden konnten.
