Laut Schätzungen des World Gold Council lagern in deutschen Haushalten rund 9.000 Tonnen Gold in Form von altem Schmuck, Zahngold, Münzen und Barren. Ein beträchtlicher Teil davon bleibt über Jahre hinweg ungenutzt in Schubladen. Parallel dazu hat der Goldpreis in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Anstieg verzeichnet: Während die Feinunze (31,1035 Gramm) im Jahr 2020 noch bei etwa 1.500 US-Dollar lag, überschritt sie im Frühjahr 2025 zeitweise die 3.000 US-Dollar-Marke. Wer dieses ungenutzte Kapital aktivieren möchte, benötigt dafür weder ein Depot noch spezielle Kenntnisse an der Börse, sondern vor allem ein grundlegendes Verständnis der Bewertungsfaktoren.
Reinheitsgrad und Feingewicht: Die Bewertung von Altgold
Der Preis, den man für Altgold erzielen kann, setzt sich aus zwei wesentlichen Aspekten zusammen: dem Gesamtgewicht des Gegenstands und dem darin enthaltenen Goldanteil. Dieser Goldanteil wird bei europäischem Schmuck in der Regel durch einen Stempel, die sogenannte Punzierung, direkt im Metall angegeben. Die wichtigsten Markenzeichen und ihre Bedeutung:
333 = 8 Karat = 33,3 Prozent Goldanteil
585 = 14 Karat = 58,5 Prozent Feingold
750 = 18 Karat = 75,0 Prozent Feingold
999 = Feingold = fast 100 Prozent rein
Ein Armband mit 585er Stempel und einem Gesamtgewicht von 12 g enthält also 7,02 g Feinmetall oder Feingold. Dieses Feingewicht multipliziert der Händler mit dem Tagesgoldkurs, von dem er seine Handelsmarge abzieht. Solche Berechnungen werden von seriösen Ankäufern wie z. B. Goldankauf Berlin offengelegt und können auf Wunsch auch schriftlich protokolliert werden. Die für die Goldgehaltsbestimmung gängigen Verfahren sind zum einen der bewährte Prüfsäuretest für eine schnelle erste Einschätzung und zum anderen die zerstörungsfreie Röntgenfluoreszenzanalyse (XRF), die den Feingehalt sehr genau misst.
Wann sich der Verkauf von Altgold lohnt
Gold ist seit Jahrhunderten ein beliebter Inflations- und Krisenschutz. Diese Verhaltensweise erklärt, warum es oft zu einem Preisanstieg kommt, wenn die Aktienmärkte schwächeln oder die Kaufkraft der Währungen erodiert. Für die Entscheidung zum Verkauf bedeutet das: Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit sind aus Verkäufersicht häufig gute Zeitpunkte.
Der Goldpreis wird an den internationalen Rohstoffmärkten in US-Dollar je Feinunze ermittelt. Die bekannteste Referenz ist das LBMA Gold Price Fixing, das zweimal täglich einen international anerkannten Referenzpreis veröffentlicht. Wer in Euro verkauft, muss darüber hinaus den Wechselkurs berücksichtigen: Ein fester Euro drückt den in Euro ausgedrückten Goldpreis, ein schwacher Euro bewirkt das Gegenteil.
Steuerlich gilt für Privatpersonen in Deutschland: Gewinne aus dem Verkauf von Schmuck oder physischen Goldmünzen sind nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr steuerfrei. Das regelt Paragraph 23 des Einkommensteuergesetzes für private Veräußerungsgeschäfte. Wird Gold weniger als ein Jahr gehalten, so fällt der persönliche Steuersatz des Verkäufers an. Das gilt jedoch nur für den tatsächlich erzielten Gewinn, also für die Differenz zwischen Kaufpreis und Kaufpreis.
So bereitet man den Goldverkauf vor
Die Abwicklung beim Fachankäufer ist in der Regel sehr einfach. Wer sich jedoch einige Gedanken vorher macht, kann den Verkauf noch etwas besser gestalten.
- Unterteilen nach Legierung. Schmuckstücke mit unterschiedlichem Goldgehalt sollten unbedingt getrennt angeboten werden. Sind Schmuckstücke mit verschiedenen Feingehalten vermischt, wird es für den Ankauf schwieriger, und es kann auch zu ungenauen Schätzungen kommen.
- Kaufstempel prüfen. Altem und ausländischem Schmuck fehlt manchmal ein Punzierung oder sie ist völlig abgenutzt. In diesen Fällen hilft der Ankauf durch ein XRF Messverfahren, mit dem sich der Goldgehalt auch ohne Punzen feststellen lässt.
- Auf Reinheit verzichten. Patina und Gebrauchsspuren mindern den Materialwert nicht. Wer seinen Schmuck vorher noch in aller Stille auf Hochglanz reinigt, verwischt nur Hinweise auf Material oder Herkunft.
- Angebote vergleichen. Der Ankaufspreis schwankt je nach Ankauf und auch je nach Anbieter, da die Kaufspannen nicht vorgeschrieben sind. Bei größeren Mengen von 50 oder 100 Gramm Reingold ist es sicher sinnvoll, zwei oder drei Angebote zu vergleichen. Selbst kleine Unterschiede im Auszahlungssatz kommen hier spürbar zum Tragen.
- Zahngold ist ein Sonderfall. Oben enthalten die meisten Zahngoldlegierungen Goldgehalte von 450 bis 600 Tausendstel, also 10,8 bis 14,4 Karat. Das umgebende Zahnmaterial wird dabei niemals mitbewertet. Seriöse Ankäufer nehmen das Zahngold als Gesamtstück an oder machen es vor Ort sofort wieder zu Goldlegierung metallierend heraus. Wer sein Gold lieber behält, jedoch trotzdem kurzfristig flüssig sein möchte, kann es auch bei einem Pfandleihhaus als Sicherheit hinterlegen. Für eine langfristige Kapitalfreisetzung ist der Verkauf an einen Fachankäufer jedoch der schnellere und in der Regel auch ertragreichere Weg.
