Die Ankündigung des US-Notenbankchefs, die Leitzinsen trotz des andauernden Iran-Krieges nicht zu ändern, hat die Märkte in Amerika und der EU zunehmend verunsichert. Die Folge waren erwarteten Kursrückgängen bei Aktien, insbesondere bei Rohstoffen und Unternehmenssoftware.
Eine Folgeerscheinung, die die meisten Anleger überraschte, war ein massiver Ausverkauf von Edelmetallen, darunter auch Gold. Der Goldpreis liegt derzeit bei rund 4.250 US-Dollar (3.705 Euro) pro Unze und hat seit Ende Februar, dem Beginn des Iran-Krieges, knapp 15 % an Wert verloren. Wie den meisten Anlegern bekannt ist, stieg der Goldpreise in den letzten zwölf Monaten erheblich und liegt immer noch 60 % höher als in den Vergleichsmonaten des Vorjahrs.
Der rasante Verfall des Goldpreises könnte vor allem darauf zurückzuführen sein, dass Anleger im Nahen Osten versuchen, Edelmetalle zugunsten des US-Dollars umzuschichten, der im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzung mit dem Mullah-Regime an Stärke gewonnen hat.
Das heißt jedoch nicht, dass Gold nicht mehr als sicherer Hafen gilt, aber es wirft eine der wichtigsten Fragen für angehende Anleger auf: Was treibt die Preisschwankungen von Gold wirklich an?
Generelles zum Goldabbau und -versorgung
Gold unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von den meisten Rohstoffen: Das jährliche Neuangebot an Gold hat kaum Auswirkungen auf den bestehenden Preis. Die jährliche Exploration trägt nur etwa zwei Prozent zum gesamten oberirdischen Goldvorkommen bei, das bedeutet, dass die Preise viel stärker auf Nachfrageänderungen reagieren als auf die geförderte Goldmenge.
Trotzdem ist das Angebot weiterhin ein entscheidender Faktor. Umweltauflagen haben die Eröffnung neuer Minen zunehmend erschwert und damit auch verteuert, und große Produzenten wie China, Russland und Australien stehen unter zunehmendem Druck hinsichtlich der Förderkosten. Wenn die Produktion nachlässt und die Nachfrage gleich bleibt, steigen in den meisten Fällen die Preise.
Der Wert des US-Dollars und die grassierende Inflation
Gold wird auf den Weltmärkten in US-Dollar gehandelt, daher besteht ein enger Zusammenhang zwischen beiden. Steigt der Dollar, wie etwa bei geopolitischen Auseinandersetzungen, steigen auch die Goldpreise in anderen Währungen. Der Gesamteffekt bewirkt eine Abkühlung der Nachfrage.
Umgekehrt verhält es sich bei einem fallenden US-Dollar, und Ähnliches gilt für die Inflation. Höhere Preise bei gleichzeitig sinkenden Zinsen lassen Anleger, die Bargeld halten, an Kaufkraft verlieren – und genau hier kommt Gold ins Spiel. Es behält seinen Wert, wenn Papiergeld an Wert verliert (sprich: in Zeiten der Inflation).
Gold wird dann als sicherer Hafen angesehen, denn in Zeiten von Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit flüchten Anleger verstärkt in Edelmetalle und hier ganz speziell in Gold.

Entscheidungen der Zentralbank über die Mindestreserve
Die Zentralbanken weltweit halten zusammen etwa ein Fünftel des jemals geförderten Goldes, und ihre Kauf- und Verkaufsentscheidungen haben erhebliches Gewicht am Markt. In den letzten Jahren haben die Zentralbanken der Schwellenländer in bemerkenswertem Tempo Gold aufgekauft, vor allem um ihre Abhängigkeit vom US-Dollar als Reservewährung zu verringern.
Tätigt eine Zentralbank einen großen Goldankauf, verringert sie dadurch das Angebot am Markt und signalisiert anderen Anlegern, dass dieses Edelmetall zum aktuellen Zeitpunkt eine lohnende Anlage ist. Dieses Vertrauen wirkt generell ansteckend.
Technologie, Schmuck und Verbrauchernachfrage
Wenn man eine Branche hervorheben müsste, die den Großteil des Goldverbrauchs ausmacht, kommt man unweigerlich auf die globale Schmuckindustrie, ein Sektor, der in den letzten Jahren ein besonders starkes Wachstum gesehen hat. Rund die Hälfte des Goldes, das pro Jahr verbraucht wird, findet seinen Weg in die Schmuckherstellung, und hier stechen besonders die Länder Indien und China hervor. Die hohe Nachfrage auf dem indischen Subkontinent ist zu manchen Zeiten jedoch durchwegs vorhersehbar, insbesondere zwischen November und Februar, wenn Goldschmuck zu Festen und Hochzeiten getragen aber auch verschenkt wird. Aber diese indische Tradition gerät gegenwärtig durch den hohen Goldpreis gehörig ins Wanken.
Auch im Technologiesektor spielt Gold eine große Rolle. Dort wird dieses chemische Element mit dem Elementsymbol Au aufgrund seiner hohen Leitfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit geschätzt. Es findet sich in nahezu jedem technischen Gerät, sei es in Präzisionselektronik, Medizintechnik oder in Smartphones. Tatsächlich sorgt der Technologiesektor in volatilen Märkten für einen stabilen Goldpreis.

Investitionsnachfrage über ETFs und Investmentfonds
Bevor Gold-ETFs Anfang der 2000er-Jahre auf den Markt kamen, hatten die meisten Privatanleger kaum eine Möglichkeit Ihre Finanzen in Gold zu investieren, ohne das physische Metall selbst zu kaufen und im eigenen Safe zu lagern. ETFs änderten dies. Fonds wie der börsennotierte SPDR Gold Trust (GLD) kaufen und lagern physisches Gold, um die von ihnen ausgegebenen Anteile abzusichern.
Das bedeutet, dass die Geldflüsse in und aus diesen Fonds einen direkten Einfluss auf die Nachfrage nach physischem Gold haben. Während des jüngsten Kurssturzes zeigten Daten allein in den ersten Handelsstunden erhebliche Abflüsse aus dem GLD, was diesen Tag zu einem der Tage mit den stärksten Nettoverkäufen seit Monaten machte.
Nachfrage nach sicheren Häfen in Zeiten wirtschaftlicher Turbulenzen
Es gibt einen Grund dafür, dass Gold seinen Wert tendenziell hält oder sogar kräftig ansteigt, wenn alles andere herum zusammenbricht und an Bedeutung verliert. Investoren betrachten Gold seit Jahrtausenden als verlässlicher Wertespeicher, und dieses Wissen und diese Orientierungshilfe verschwindet auch in Krisenzeiten nicht.
Wenn Aktienmärkte schwanken, Währungen unter Druck geraten oder geopolitische Spannungen eskalieren, fließt das Geld tendenziell Richtung Gold. Es bringt zwar keine Dividenden oder Zinsen ein, verliert aber auch nicht an Wert. Genau diese Zuverlässigkeit und Bodenständigkeit macht Gold so attraktiv, vor allem dann, wenn das Vertrauen in andere Anlagesysteme zu schwinden droht.
Zusammenfassend: Sollte man gegenwärtig noch Gold kaufen?
Wir wollen Sie nicht länger auf die Folter spannen. Die Goldpreise sind schneller gefallen als die Aktien von Unternehmenssoftwareherstellern, und Sie wissen jetzt, wodurch diese Kursstürze ausgelöst werden können. Trotzdem ist Gold nach wie vor eine solide Anlageentscheidung, die Investitionen können durch Direktkäufe, Aktien von Goldminen oder ETFs erfolgen.
Es lohnt sich immer, den Return on Investment (ROI) zu prüfen, insbesondere wenn es um Ihr hart verdientes Geld geht. Vermögende Privatpersonen bewerten beispielsweise Ihre Kapitalanlagen in aufstrebende Wirtschaftsunternehmen unter dem Gesichtspunkt des ROI, während smarte Spieler, die stets einen Blick auf Ihr verfügbares Budget werfen, die Auszahlungsrate (RTP), die möglichen Erträge und andere Faktoren, die auf dieser Webseite beispielsweise nachzulesen sind, berücksichtigen, bevor sie sich für eine spezielle Plattform entscheiden.
Dasselbe gilt für Gold als Anlage. Angesichts einer Rendite von knapp 60 % in den letzten zwölf Monaten ist es nach wie vor sinnvoll, in dieses Edelmetall zu investieren.
